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Efilia Neohi - "Gauklerin"


Sie ist eine Künstlerin aus dem schlagenden Herzen von Oriath. Sie hat ihr Leben den schönen Künsten gewidmet. Dieser Weg schien ihr vorausbestimmt zu sein, denn die Götter haben sie mit allem gesegnet, was zu solch einem Leben gehören sollte. Volles blondes Haar, grüne Augen, ein zarter geschmeidiger Körper, der sich scheinbar fließend wie Wasser zur Musik bewegt. Sie ist mit einer atemberaubenden Schönheit gesegnet worden und als sei das noch nicht genug, verzaubert sie jedes denkbare Publikum, wenn sie mit ihrer glockenklaren Stimme auch nur ein einfaches Volkslied anstimmt. - Sie ist im wahrsten Sinne des Wortes hypnotisch.

Hypnotisch zum Guten und zum Schlechten.

Eben diese Eigenschaften brachten sie vor nun mehr als zwei Jahren in die Situation auf dem Schiff zu landen. Viele werden nicht gefragt warum sie hier auf der Insel sind, da eigentlich alle dem König auf die eine oder andere Art lästig geworden sind. Das Schicksal entschied in diesen Fällen für die Verbannung statt für den Tod, aber alle sind Verbrecher. Efilia hingegen wurde recht schnell und sehr oft gefragt, warum sie hier sei. Zumal sie nur schwer das richtige Ende eines Messers erkennt und eine Axt nicht mal zu heben vermag. Was konnte sie also angestellt haben, dass sie in die Verbannung geschickt wurde? Die Antwort auf diese Frage ist immer die Selbe: nichts.

Efilia wurde in Oriath oft für private Auftritte gebucht und zumeist nur von einem Leibwächter zu ihren Auftritten begleitet. Ihrer Schönheit und ihrer Kunst sind schon viele zum Opfer gefallen, so kam es das ein oder andere mal vor, dass sich ein Kunde mehr von der Schönen wünschte als nur Tanz und Gesang. Ihr Leibwächter wurde ihr Freund und ihr Schild gegen die verwöhnte, gut zahlende Kundschaft in der auch ein Diamantenhändler gehörte, dessen Heiratsantrag Efilia dankend ablehnte. Als es ein paar Monate später zu einem Überfall im Laden des Diamantenhändlers kam, bei dem alle angestellten ermordet und das Haus in Brand gesetzt wurde, beschuldigte der gekränkte Verehrer Efilia mit den Dieben unter einer Decke zu stecken. Sie hätte ihren Auftritt bei ihm genutzt um ihm einen seiner Schlüssel zu stehlen, mit dem die Diebe in seinen Laden gelangt seien. Die gefassten Diebe beteuerten zwar, dass die Tänzerin nichts mit dem Überfall zu tun hatte, jedoch wurde ihren Worten keine Beachtung geschenkt. Der stolze Händler überredete jedoch den Richter Efilia nicht mit den anderen hinzurichten, sonder sie in die Verbannung zu schicken. "Der Tod wäre eine noch zu milde Strafe für deine Ablehnung. Dort wo du hingehst, wird dir deine Schönheit nichts nützen.", waren seine letzten Worte an sie. Zum Glück sollte er nicht Recht behalten.

Efilia wäre aber nicht sie selbst, wenn sie es nicht geschafft hätte auch ohne jegliches Wissen über Kochen, Töpfern oder Fertigkeiten in sonstigem Handwerk zu überleben. Sie tut das was sie am besten kann - sie unterhält. Wenn wir ehrlich sind ist das Verlangen nach Ablenkung von der harten, rauen Realität an jedem Ort der Welt kostbar. Zumindest ist es den meisten kostbar genug, dass die Eine die diese Zerstreuung bietet auch an einem Ort an dem es sonst nichts gibt, davon leben kann.

Allerdings erschien es Efilia merkwürdig, dass sie in der "zivilisierten" Stadt Oriath einen Leibwächter benötigte um von aufdringlichen Menschen, die mehr als nur zusehen wollten, beschützt zu werden und sie hier scheinbar keinen brauchte. Einer ihrer vordringlichsten Befürchtungen war, dass sie hier zwischen den Verbrechern vergewaltigt werden könnte, doch von ein paar Grabschern von Betrunkenen passierte nie etwas. Ausserdem gab es nur wenige die es je vollbracht hatten sich an der dünnen Brühe die es hier gab zu betrinken! Entweder hielten die Götter schützend ihre Hand über Efilia, oder es geht hier (dank Klio) viel zivilisierter zu als auf dem Kontinent.