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In der weiteren Nacht sollten wir uns keine weiteren Verletzungen mehr zuziehen. Die Blinkwölfe hatten sich zu unserer großen Freude zurückgezogen und uns unserem Schicksal im Turm überlassen.

Wir nutzten den nächsten Morgen, um unsere Wunden zu versorgen und die Gegend nach den ach so wertvollen Metallteilen abzusuchen. Als wir den getöteten Blinkwolf untersuchten, stellten wir fest, dass sich dieser mit der aufgehenden Sonne in Asche auflöste. Schnell steckten wir noch als Beweis eine seiner Pfoten in ein ledernes Tuch und steckten es in einen Rucksack.

Methar und Luzifer entfernten sich derweil ungeschickt weit vom Lager auf der Suche nach etwas, was Luzifer als mögliches weiteres Bauwerk identifizierte...als plötzlich eine Würgeschlange aus dem Blätterwerk auf ihn herabsank und Anstalten machte, sich ganz eng an ihn zu drücken.

Glücklicherweise war Methar behender mit dem Dolch, als man es glauben mochte...er machte mit einem einzigen Stich kurzen Prozess mit der Python. Da diese nun ohnehin bereitwillig auf Luzifers Schultern lag, nahm man sie mit zum Turm und verspeiste sie.

Wenig später gelang es uns aus Baumwipfelhöhe, einen Blick auf einen weiteren Turm zu erhaschen. Dieser befand sich auf der anderen Flussseite. Da wir insgesamt recht wenig Metallteile einsammeln konnten, war Kara sehr mit der Idee einverstanden, auch den zweiten Turm aufzusuchen.

Kurzentschlossen verließen wir den ersten Turm noch am Mittag desselben Tages. Wir gelangten über den Fluss an einer schmalen Stelle - wir sprangen über ihn, wie es heldenhafter nicht sein könnte. Ein Glück, dass kein Zwerg dabei war.

Jedoch kamen wir nicht mehr sonderlich gut vorwärts. Von den unglaublichen Mengen an Insekten und Getier und Ästen und Sträuchern abgesehen hatte sich Methar auch noch eine hübsche Blase gelaufen und bremste uns stark. So waren wir gezwungen, noch vor dem nahen Bauwerk zu rasten.

Meles sorgte mal wieder für unser leibliches Wohl - zumindest war sie der Ansicht, dass das kleine Äffchen vor ihr sicher ein nettes Beiwerk zu unserem Abendmahl sein müsste. Doch ein Jaguar kam ihr zuvor, und sie musste mit ansehen, wie das kleine Äffchen - ohne einen Finger zu rühren den Jaguar im Fluge röstete. Das Äffchen begann, den Jaguar anzunagen. Meles schoss einen Pfeil auf das Äffchen und verscheuchte es dadurch, allerdings war es ihr sehr unwohl dabei, sich der Stelle mit dem toten Jaguar zu nähern. Sie nahm einen Stock und wollte den Jaguar erst damit berühren. Doch ein stechender Schmerz schoss in ihre Hand, und noch bevor sie den Jaguar berühren konnte, ließ sie den Stock fallen und zog die Hand zurück. Meles hatte eine ordentliche Brandverletzung an ihrer Hand. Perplex rief sie den Rest der Gruppe herbei und wir inspizierten den gerösteten Jaguar. Jedoch kamen wir nicht so recht an ihn heran. Wir merkten, dass keinerlei Getier, ob groß ob klein, bis zu dem Jaguar vordrang oder an ihm vorbeikrabbelte. Ein geworfener Tausendfüßler verendete qualvoll. Es schien als ob eine unsichtbare Mauer den Weg versperrte.

Luzifer konnte sehen, was den Weg versperrte - eine magische Kuppel hatte hier ihren Anfang und spannte sich über den vorliegenden Dschungel. So tasteten wir uns langsam an der Kuppel entlang und nahmen gar nicht wahr, dass wir dabei argwöhnisch beobachtet wurden.

Aber es fand sich kein Eingang in die Kuppel. Mürrisch begann einer von uns damit, ein Loch zu graben, so dass vielleicht das Ende der Kuppel gefunden werden könne. Und tatsächlich, die Kuppel ragte nur wenige Zentimeter in den Boden. Erst jetzt bemerkten wir unsere Beobachter, die sich nun steinewerfend bemerkbar machten. Autsch, das tat weh!

Alsbald hatte man aber einen Graben ausgehoben, der tief genug war, dass man unter der Kuppel hindurchkriechen konnte. Als unsere Beobachter, die Äffchen, bemerkten, dass wir in die Kuppel vordringen konnten, zogen sie sich - durch die Kuppel hindurch - zurück und überließen uns relativ kampflos den Platz.

Wir fanden dort einen weiteren Turm, der diesmal vollgestopft war mit Metallteilen. Viel zu viel, um es ins Dorf tragen zu können. So untersuchten wir alles genau und nahmen mit, was wir mit aller Gewalt tragen konnten. Für einen Aufbruch zurück war es allerdings bereits zu spät. Im Schutz der Kuppel - so dachten wir - schlugen wir also ein weiteres Nachtlager auf. Es sollte der falsche Ort sein.

Wir wurden geweckt von den aufgeregten Schreien der Affenhorde, die über den Turm hinwegrannte und auf der anderen Seite der Kuppel im Dschungel verschwand. Was hatte sie wohl so durcheinander gebracht?

Blinkwölfe. Ein ganzes Rudel davon. Ohne Schwierigkeiten teleportierten sie sich in die Kuppel und wieder aus dieser heraus und starteten schließlich einen Angriff auf unser Turmcamp. Es sollte eine blutige Schlacht werden. Arkand verlor die Nerven und rannte schreiend aus dem Turm - wo er von einem Blinkwolf niedergestreckt wurde. Rhonde wurde im Kampf regelrecht zerfetzt. Auch Luzifer steckte ordentlich ein, als sich ein Blinkwolf in seinem Arm verbiss. Luzifer konnte ihn aber alsbald in einen seligen Schlaf schicken, aus dem er nicht mehr aufwachen sollte. Als wir allmählich die Oberhand gewannen, zogen sich die verbliebenen Blinkwölfe zurück und ließen uns wieder allein im Turm. Wir versorgten unsere Wunden, verbrannten unsere gefallenen Kameraden und brachen bei Sonnenaufgang auf zu unserer hoffentlich letzten Etappe zurück ins Dorf.